ADFC-Radreiseanalyse 2025: Das sind die Ergebnisse - ADFC Hamm

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Hamm e. V.

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ADFC-Radreiseanalyse 2025: Die Ergebnisse © ADFC

ADFC-Radreiseanalyse 2025: Das sind die Ergebnisse

Die ADFC-Radreiseanalyse untersucht das Radreise- und Ausflugsverhalten der Menschen in Deutschland: Die Ergebnisse für 2025 zeigen einen leichten Rückgang bei den Radreisen. Mehr als 17.300 Menschen haben an der Umfrage teilgenommen.

Der ADFC stellte am 4. März 2026 auf der Internationalen Tourismusmesse ITB in Berlin die Ergebnisse der ADFC-Radreiseanalyse 2025 vor. Alle zwei Jahre erfährt der ADFC mit der repräsentativen Umfrage mehr darüber, wie Menschen in Deutschland das Fahrrad im Urlaub und in der Freizeit nutzen. 

2025 ging die Anzahl der Radreisen und Tagesausflüge, die mit dem Rad unternommen wurden, leicht zurück. Dennoch nutzt mehr als die Hälfte der erwachsenen Menschen (39,3 Mio.) in Deutschland das Fahrrad im Urlaub und in der Freizeit. Damit zählt Radfahren weiter zu den beliebtesten aktiven Freizeitbeschäftigungen.

Video: Der ADFC präsentiert am 4. März um 11 Uhr die Ergebnisse der ADFC-Radreiseanalyse 2025 im Livestream.

 

Radtourismus bringt Umsatz

Der ADFC fragt die Teilnehmer:innen danach, wie viel Geld sie pro Tag bei Tagesausflügen, auf den kurzen sowie längeren Radreisen und im Urlaub ausgeben, wenn sie dort gelegentlich Radfahren. Insgesamt gaben sie auf Radreisen und Tagesausflügen im Jahr 2025 hochgerechnet rund 40 Mrd. Euro aus. Über 12 Mrd. kommen allein aus den Tagesausflügen.

Tagesausflüge weiter auf hohem Niveau

Im letzten Jahr haben 34 Mio. Menschen 361 Mio. Tagesausflüge mit dem Fahrrad unternommen. Damit bleibt das Niveau der Tagesausflüge sehr hoch, auch wenn die durchschnittliche Anzahl der Ausflüge 2025 auf 10,6 pro Person sank.

Während der Pandemie machten mehr Menschen Tagesausflüge per Rad (2020: 41,6 Mio.). Die Zahl sank in den folgenden Jahren, liegt aber weiter deutlich über dem Niveau von 2019 (21,1 Mio.). Der ADFC folgert: Viele, die Tagesausflüge mit dem Rad während der Pandemie für sich entdeckt haben, sind ihnen auch treu geblieben.

 

Naturerlebnis steht bei Tagesausflügen im Vordergrund

Mit dem Rad raus in die Natur zu fahren, dient der Erholung: 92,3 Prozent der Umfrageteilnehmer:innen, die Tagesausflüge machen, gaben an, dass Radfahren in der Natur ihnen hilft, sich zu erholen. Rund 75 Prozent finden, dass sie als Radfahrende aktiv zum Naturschutz beitragen können.

Kurze Radreisen mit ein bis zwei Übernachtungen

2025 unternahmen 4,2 Mio. Menschen 7,6 Mio. Kurzreisen mit dem Rad – gemeint sind hier Radreisen mit ein bis zwei Übernachtungen. Das waren weniger als 2023. Aber diejenigen, die verreisten, waren häufiger unterwegs als 2023. Durchschnittlich machten sie 1,8 Kurzreisen pro Person (2023: 1,4 p. P.). Besonders beliebte Monate für Kurzradreisen waren der Mai und der Juni. 

Die Entscheidung für eine Kurzreise fällt jede:r Zweite spontan. 22,8 Prozent entscheiden sich sogar erst eine Woche vorher für die Reise. Für die kurzen Reisen sind Tipps aus dem Freundes- und Familienkreis die häufigste Inspirationsquelle. Auch Social Media ist für diese Reiseart wichtiger als Reiseführer. Diese nutzen häufiger Menschen, die längere Radreisen planen. 

 

Radreisen mit drei und mehr Übernachtungen

3,3 Mio. Menschen machten im vergangenen Jahr eine Radreise mit drei oder mehr Übernachtungen. Das sind etwas weniger als 2023 (3,6 Mio.), dennoch bleibt der Fahrradurlaub mit 4,6 Mio. Radreisen 2025 ein wichtiges Urlaubssegment. Radreisende sind begeistert von ihren Reisezielen: Fast 99 Prozent empfehlen ihre Route weiter, nur wenige davon mit Einschränkungen. 

Durchschnittlich 7,6 Nächte planten Radreisenden 2025 ein. Die meisten übernachteten in Hotels (59,8 %). Pensionen suchten 34,1 Prozent auf und Ferienwohnungen buchten 22,3 Prozent. Knapp 22 Prozent übernachteten auf Campingplätzen. Bei der Anreise nutzten die Teilnehmer:innen überwiegend den Pkw (38 %) sowie Bus und Bahn (37 %). 

 

Radfahren im Urlaub

Radfahren im Urlaub meint, dass beispielsweise Radtouren während eines Erholungsurlaubs unternommen wurden. Es handelt sich also um Urlaube, bei denen das Radfahren nicht Hauptbestandteil ist. 

2025 nutzten mehr Menschen (12,7 Mio.) das Fahrrad in ihrem Urlaub als 2023 (10,6 Mio.). 65,6 Prozent von ihnen fuhren Rad, um Land und Leute besser kennenzulernen. Jeder Zweite möchte im Urlaub aktiv sein. Etwas für die Gesundheit zu tun, ist 37,9 Prozent wichtig.

Bei diesen Reisearten wird das Fahrrad genutzt: Erholungsreisen (24,4 %), Familienurlaub (21,2 %), Strand- und Badeurlaub (13,1 %), Natururlaub (10,9 %) sowie Aktivurlaub (7,7 %).

 

75 Prozent sind offen für Radreisen

Bei den Menschen, die in den letzten drei Jahren keine Radreise unternommen haben, sieht der ADFC viel Potenzial. Denn: 75 Prozent von ihnen haben schon eine Radreise gemacht oder können sich das vorstellen. 

Nur für ein Viertel kommt eine Radreise nicht infrage. Ihre Gründe dafür sind unter anderem die Abhängigkeit vom Wetter (31,4 %), fehlende Ausrüstung (27,2 %), komplizierte An- und Abreisen (26,3 %) oder die familiäre Situation (24,8 %). Für 26,3 Prozent ist die „Anstrengung“ der Grund: Sie haben vor allem Sorge, dass ihre Kondition nicht ausreicht, um mit Mitreisenden mitzuhalten oder ziehen generell Reisen mit weniger körperlicher Betätigung vor.

Meist befahrene Routen und Regionen

Knapp 60 Prozent der Radreisenden, die drei oder mehr Übernachtungen geplant haben, sind in Deutschland unterwegs. Der ADFC fragt nach den meistbefahrenen Radfernwegen und erhält eine entsprechend breite Verteilung.

In den Top 10 der meist befahrenen Radfernwege gab es 2025 leichte Verschiebungen: Der Elberadweg verdrängte den Weserradweg von Platz 1 auf Platz 2. Ostseeküstenradweg und Rheinradweg bleiben auf den Plätzen 3 und 4. Der Bodensee-Königssee-Radweg und der Moselradweg verbesserten sich jeweils um zwei Plätze. Neu in die Top 10 schaffte es der fränkische Fünf-Flüsse-Radweg.

 

ADFC-Qualitätsradrouten sind vorne dabei

Qualität zahlt sich aus: Mit dem Weser-, Donau- und Mosel-Radweg sind drei ADFC-Qualitätsradrouten mit vier Sternen in den Top 10 vertreten. In die Top 20 haben es sieben weitere ADFC-Sternerouten geschafft: die Vier-Sterne-Routen Neckartal-Radweg, RuhrtalRadweg, Kocher-Jagst-Radweg und Fulda-Radweg sowie die jeweils mit drei Sternen ausgezeichneten Saaleradweg, Bodensee-Radweg und Lahnradweg.

Die meistbefahrenen Regionen liegen im Norden

Bei den meistbefahrenen Regionen liegt die Nordseeküste Niedersachsens vorne und machte drei Plätze gut. Ostfriesland verbesserte sich um acht Plätze auf Rang 2. Der Bodensee und die Region Grafschaft Bentheim/Emsland/Osnabrücker Land teilen sich den dritten Platz. Die Nordsee in Schleswig-Holstein kletterte fünf Plätze nach oben auf Platz 4. Auch für die Mecklenburgische Ostseeküste ging es nach vorne auf Platz 5. Neueinsteiger ist Vorpommern auf dem siebten Rang. 

 

Fahrräder und Ausrüstung

Erstmals fragte der ADFC danach, welche Investitionen die Radreisende für ihren Radurlaub tätigen. Mehr als jede:r vierte Radreisende, der drei oder mehr Übernachtungen geplant hat, kaufte sich für die Reise neue Ausrüstung oder nutzte Dienstleistungen rund ums Rad.

Besonders häufig wurden in dieser Gruppe Fahrrad- und Gepäcktaschen (55,3 %), (Funktions-)Kleidung (50,6 %) und Fahrradteile (31,7 %) gekauft. Fast 30 Prozent von ihnen investierten in Reparaturen und Inspektionen des Fahrrads. 10,1 Prozent kauften sich vor der Radreise ein Elektrofahrrad und 4,9 Prozent ein klassisches Fahrrad. 

 

Jede:r Zweite fährt Elektrofahrrad

Inzwischen nutzen mehr als 50 Prozent der Radreisenden, die länger unterwegs sind, ein Elektrofahrrad. Sie legen damit durchschnittlich etwa 60 Kilometer pro Tag zurück. 

Deshalb fahren sie Elektrorad: Sie wollen die Möglichkeiten haben, längere Strecken (70,5 %) oder hügelige Regionen (58,3 %) zu befahren. Für 56,1 Prozent stehen die Leichtigkeit beim Fahren und der Genuss der Umgebung im Vordergrund. Damit haben Elektrofahrräder ein großes Potenzial, Menschen von Radreisen zu überzeugen, die befürchten, dafür nicht fit oder schnell genug zu sein.

Der ADFC gibt mit den Ergebnissen der ADFC-Radreiseanalyse 2025 wertvolle Impulse für den Radtourismus und seine Vermarktung. Er fordert, dass in die Qualität und den Ausbau der Routen und ihrer Infrastruktur investiert werden muss, um sie zukunftssicher aufzustellen. 

https://hamm.adfc.de/artikel/adfc-radreiseanalyse-2025-das-sind-die-ergebnisse

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