Westentor: Busknoten darf nicht zum Problem für den Radverkehr werden
ADFC Hamm bemängelt die Ampelschaltung und die Verkehrsführung an der Haltestelle Westentor/Stadtwerke

Die Diskussion über das neu gestaltete Westentor darf sich nicht auf die Probleme des Busverkehrs und die Gestaltung der neuen Haltestellen beschränken. Auch für Radfahrende weist der neue Verkehrsknoten erhebliche Schwachstellen auf. Der ADFC Hamm fordert deshalb, die Verkehrsführung kurzfristig zu überprüfen und nachzubessern.
Das Westentor ist Teil der Hammer Fahrradpromenade und damit eine wichtige Verbindung für den Radverkehr. Umso problematischer sind die langen Wartezeiten an der Ampel. Nach Beobachtungen des ADFC beträgt die Rotphase für Radfahrende normalerweise etwa 44 Sekunden. Wenn ein Bus aus Richtung Westentor in den Westring abbiegen möchte, kann sich die Wartezeit jedoch auf 75 bis 92 Sekunden verlängern.
„Eine wichtige Radverkehrsverbindung sollte nicht unnötig ausgebremst werden. Wartezeiten von bis zu anderthalb Minuten sind auf einem als Radhauptroute ausgezeichneten Radweg nicht akzeptabel“, erklärt der ADFC Hamm. Dies hat der ADFC auch schon für den Knotenpunkt Südring/Goethestraße im weiteren Verlauf der Fahrradpromenade bemängelt.
Unterschiedliche Signale für Fuß- und Radverkehr
Besonders ungünstig ist die unterschiedliche Ampelschaltung für Fußgänger und Radfahrende. Während die Fußgängerampel bereits Grün zeigt, bleibt die unmittelbar daneben befindliche Fahrradampel auf Rot. Aus Sicht des ADFC führt eine solche Regelung zwangsläufig zu Akzeptanzproblemen. Radfahrende orientieren sich verständlicherweise an der für sie sichtbaren Verkehrssituation und erleben die zusätzliche Wartezeit als unnötig. Aber selbst bei grüner Signalisierung für den Radverkehr kommt es aufgrund einer fehlenden Trennung der Verkehrsflächen zu Konflikten mit dem Fußverkehr.
Der ADFC fordert daher eine Überprüfung der Ampelschaltung mit dem Ziel, die Wartezeiten für den Radverkehr deutlich zu reduzieren und eine verständliche, eindeutige Führung von Fuß- und Radverkehr zu schaffen.
Konflikte an der Haltestelle Westentor/Stadtwerke
Ein weiterer Problempunkt ist die Haltestelle Westentor/Stadtwerke am Westring. Sie dient nach Neueröffnung des Westentors auch als Einstiegshaltestelle für Buslinien in Richtung Süden.
Damit treffen wartende und aussteigende Fahrgäste unmittelbar auf den Radverkehr. Insbesondere, wenn mehrere Personen gleichzeitig aus einem Bus aussteigen oder auf den nächsten Bus warten, wird die vorhandene Fläche schnell eng. Radfahrende müssen abbremsen, ausweichen oder anhalten, da es keine getrennten Flächen für den Fuß- und Radverkehr gibt.
Da nach der Neueröffnung die Haltestelle deutlich häufiger von Bussen angefahren wird, haben auch die Konflikte zwischen Rad- und Fußverkehr zugenommen.
„Das ist kein Problem, das allein durch gegenseitige Rücksichtnahme gelöst werden kann. Wenn eine Bushaltestelle und eine wichtige Radverkehrsverbindung unmittelbar aufeinandertreffen, muss die Verkehrsfläche entsprechend geplant werden“, so der ADFC.
Der ADFC fordert deshalb eine klare und sichere Führung des Radverkehrs im Bereich der Haltestelle Westentor/Stadtwerke. Dabei müssen insbesondere die Aufenthaltsflächen der Fahrgäste und die Radverkehrsführung besser aufeinander abgestimmt und - zumindest optisch - voneinander getrennt werden.
Busverkehr und Radverkehr gemeinsam denken
Der ADFC Hamm betont, dass eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs und eine gute Radverkehrsinfrastruktur kein Widerspruch sind. Das Westentor ist jedoch ein zentraler Verkehrsknoten, an dem Busse, Fußgänger, Radfahrende und der übrige Straßenverkehr auf engem Raum zusammentreffen. Gerade hier muss die Verkehrsführung eindeutig und konfliktarm sein.
Das Westentor soll ein moderner Verkehrsknoten für Hamm sein. Dazu gehört auch, dass der Radverkehr auf einer Radhauptroute wie der Fahrradpromenade zuverlässig und sicher durch den Knoten geführt wird.