
Geisterrad Fangstraße © ADFC Hamm - W.Hupfeld
ADFC Hamm hält trotz Widerständen an Geisterrad in der Fangstraße fest
Ein weißes Fahrrad ist mehr als nur Metall und Farbe – es ist die Erinnerung an ein ausgelöschtes Leben. Dennoch wurde das Geisterrad an der Fangstraße nun bereits zum zweiten Mal entfernt.
Der ADFC Hamm reagiert mit Unverständnis auf die Ablehnung, mit der dieses Symbol der Verkehrssicherheit konfrontiert wird.
Das Geisterrad steht an der Stelle, an der ein Radfahrer von einem Autofahrer getötet wurde. Die wiederholte gewaltsame Entfernung deutet darauf hin, dass die Sichtbarkeit dieses tragischen Ereignisses von einigen Personen als störend empfunden wird.
„Wir wissen, dass ein Geisterrad im öffentlichen Raum polarisieren kann. Manche empfinden es als ästhetisch störend oder als unangenehme Erinnerung an die Gefahren im Verkehr“, erklärt Walter Hupfeld, Sprecher des ADFC Hamm. „Doch die Unannehmlichkeit, ein weißes Rad betrachten zu müssen, steht in keinem Verhältnis zum Verlust eines Menschenlebens. Ein Mahnmal zu entfernen, löst das zugrunde liegende Problem der unsicheren Infrastruktur nicht – es macht es nur unsichtbar.“
Der ADFC Hamm betont, dass die Aufstellung für ein halbes Jahr behördlich genehmigt wurde. Diese Genehmigung ist keine reine Formsache, sondern zeigt, dass die Stadt Hamm sich bemüht, Gedenkkultur und Verkehrssicherheit im öffentlichen Raum zu berücksichtigen. Wer das Rad entfernt, setzt sich nicht nur über den Respekt gegenüber den Hinterbliebenen hinweg, sondern missachtet auch eine offizielle Entscheidung.
Der ADFC wird das Rad zeitnah wieder aufstellen – auch als deutliches Zeichen an die Gegner, dass die Entfernung des Geisterrads das zugrunde liegende Problem des fehlenden Radwegs und der hohen Geschwindigkeit auf der Fangstraße nicht löst.

